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Hamdi zu Hause in Beirut2017-01-18T19:16:05+00:00

Project Description

Hamdi zu Hause in Beirut

Verfasst von Robin Hochhausen

Das hier vorgestellte Kinderbuch basiert auf der Begegnung der Autorin mit Hamdi, den sie in Beirut kennenlernte. Die Autorin Katrien Hoekstra lebte eine Zeit lang in Beirut, Kairo und Ost-Jerusalem als freie Journalistin. Sie hat ein abgeschlossenes Studium als Kinderbuchautorin und unterstützt eine Kinderzeitung in den Niederlanden. Zurzeit arbeitet Katrien Hoekstra als freie Autorin, Kinderbuchautorin und schreibt Drehbücher sowie Theaterstücke.

Die Autorin vermittelt mit dem Buch das Leben eines Jungen, der gleichzeitig versucht seine Träume zu verfolgen aber auch die gefährliche Lage zwischen dem Libanon und Israel miterlebt. Die Adressaten des Buches sind besonders Kinder, da der Protagonist selbst ein Kind ist und innerhalb des Buches die Situation in Beirut verstehen lernt, sodass die Leser hierbei aus den Augen Hamdis mitlernen. Sowohl für Migranten als auch für deutsche Kinder ist dieses Buch geeignet. Migranten können innerhalb dieser Geschichte potenzielle eigene Erfahrungen reflektieren oder sich in den Erlebnissen Hamdis wiederfinden. Deutsche Kinder hingegen können verstehen lernen wie die Kindheit von Migranten aussehen könnte und dadurch indirekt ein Gefühl für deren Lebenssituation gewinnen.

Die Geschichte an sich zeigt die Kluft zwischen Träumen und der Realität, der die Kinder in Kriegsgebieten ausgesetzt sind. Als Leser erfährt man über die unterschiedlichen Ansichten über den muslimischen Glauben und den Alltag eines Jungen in Beirut. Hamdi basiert wie bereits erwähnt auf einer Person, die die Autorin selber in Beirut kennengelernt hat, jedoch ist die beschriebene Geschichte nicht so passiert. Hamdi lebt mit seinem Vater, seiner Mutter und seiner Schwester unter bescheidenen Umständen. Er und seine Schwester spielen häufig Fußball bevor Hamdi zur Schule gehen muss, denn später will Hamdi so wie sein Vorbild Oliver Kahn werden. Dies ändert sich nachdem seine Schwester Zeina ihren Freund Ali heiratet. Dieser verbietet Zeina Fußball zu spielen und zwingt sie sich verhüllt anzuziehen. Ali repräsentiert einen strikten Muslim der äußerst Koran treu lebt und sich in den Kreisen der Hisbollah aufhält. Die Hisbollah ist eine Gruppierung, die für den Koran kämpft und die Libanesen gegen die Israeliten mit allen Mitteln verteidigen will. Jedoch bauen sie auch Krankenhäuser und errichten Schulen für die Kinder in Beirut und anderen Teilen des Libanons. Der große Konfliktherd innerhalb der Geschichte tritt zwischen Ali und Hamdis Vater auf. Beide leben ihr Leben nach dem Koran doch haben sie andere Auffassungen und Interpretationen. Hamdis Vater verachtet den Krieg und wünscht sich für Hamdi ein ruhiges Leben während sich Ali nichts Besseres vorstellen kann als ein Märtyrer zu werden. Die Situation wird verschärft durch die Bombardierungen der Stadt, der Zeina und Ali von der Familie trennt, sodass sich diese vorerst aus den Augen verlieren. Wie die Situation sich dahingehend verändert, zeigt die Autorin mit viel Feingefühl und erklärt dem Leser auch den Grund für die Geschehnisse, sodass dem Erlebten Hamdis gut gefolgt werden kann.

Mit Hamdi zu Hause in Beirut zeigt Katrien Hoekstra die zwiespältige Situation zwischen Kindheit und ständiger Angst vor Krieg, der Kinder im Nahen Osten ausgesetzt sind. Innerhalb der Geschichte erlebt der Leser, wie der an sich fröhliche Hamdi die Fassung verliert, und nicht mal sein geliebter Fußball einen Rückzugsort zum Frust ablassen, darstellt. Weiterhin wird auf die junge Leserschaft geachtet, indem nach jeder Seite eine Illustration von André Martini folgt, die das Erzählte der vorangegangenen Seite darstellt. Das Buch ist zu empfehlen, da es neben der einfachen Sprache einen guten Einblick in das Leben von Kindern in Kriegsgebieten gibt. Dabei wird dem jungen Leser auch ein erstes Verständnis in die Problematik von unsicheren Begriffen wie dem „Heiligen Krieg“ gegeben sowie eine Karte des Libanon hinzugefügt um eine grobe Orientierung in die geographische Lage zu vermitteln. Die einzige Kritik, die angemerkt werden muss, ist die, dass der Käufer sich über die emotionale Reife seines Kindes bewusst sein muss, da es in diesem Buch immerhin um eine Kriegssituation geht und auch um das Märtyrerwesen. Abschließend aber nochmal der Hinweis, dass sowohl Katrien Hoekstra als auch André Martini sich dieser Verantwortung bewusst zu sein scheinen und in Schrift und Illustration möglichst sensibel mit der Thematik umgehen.

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