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Als mein Vater ein Busch wurde

Bevor Todas Vater ein Busch wurde, war er Feinbäcker. Aber dann beginnen die einen gegen die anderen zu kämpfen und Todas Vater muss weg, um die einen gegen die anderen zu verteidigen.

Zum Glück hat er ein Buch, in dem erklärt wird, wie man sich tarnen kann, als Busch zum Beispiel. Toda bleibt bei ihrer Oma, bis der Krieg auch zu ihnen kommt und es zu gefährlich für ein Kind wird. Toda soll über die Grenze gehen, nach woanders, wo ihre Mutter wohnt. Der Weg nach woanders ist weit und steckt voller Gefahren und Abendteuer.

Doch Toda gibt nicht auf!

In diesem Buch wird aus der Sicht der Hauptfigur Toda erzählt, wie es ist, wenn Krieg ausbricht und plötzlich vor der eigenen Tür stattfindet. Todas kindliche Überlegungen, wenn und wie sie sich tarnen würde sind anfänglich ein tragender Bestandteil dieser Geschichte. „Ich wäre gerne so in Deckung gegangen, dass der Feind niemals herausfinden würde, wo ich war. … Vielleicht würden sie mich irgendwann völlig vergessen.“

Zwar ist das Thema der Geschichte sehr ernst und traurig, trotzdem wird der/die Leser/in nie zu tränen gerührt. Es bleibt immer spannend was Toda als nächstes erlebt. Meiner Meinung nach ist der Autorin gut gelungen einem Kind nahezubringen, wie es sich anfühlt, selber Krieg zu erleben, ohne seine Brutalität zu thematisieren. Unter anderem auch durch Todas Gabe Menschen aufmerksam zu beobachten und dass in einer sehr bildhaften Sprache zu veranschaulichen. „Dabei sah ihr Gesicht ganz straff gespannt aus. Als ob ihre Haut zerbröseln würde, wenn sie gelächelt hätte“. So beschreibt sie ihre Oma als die einmal rausgehen muss, weil das Telefon nicht funktioniert.

Toda führt durch Ihre Geschichte von Krieg und Flucht und lässt einen dank ihrer kindlich, naiven Sicht der Dinge auf eine tragisch-komischen Weise teilhaben an Ihrer spannenden Geschichte.

Durch Todas verschiedene Begegnungen auf ihrem Weg nach „woanders“, mit einem Deserteur, einem General, anderen Menschen auf der Flucht oder den Bewohnern von „woanders“ wird der/die Leser/in in vielen Sichtweisen an die Thematik herangeführt.

Außerdem ist mir positiv aufgefallen, dass der Name Todas Heimatlandes nicht benannt wird. Einzig durch die Beschreibung von „woanders“, dass jenseits der Grenze liegt und die Heimat von Todas Mutter ist. Somit behält die Geschichte gleichzeitig eine Allgemeingültigkeit, ohne von einem bestimmten Land zu erzählen oder Partei zu ergreifen.

Nicht umsonst ist dieses Buch im Jahr 2013 für den Jugendliteraturpreis nominiert worden. Erstmals erschienen im Jahr 2010 geschrieben von der Niederländerin Joke van Leeuwen, übersetzt von Hanni Ehlers und in Deutschland erschienen im Jahr 2012.

Empfohlen wird dieses Buch ab dem Alter von 10 Jahren.

Die Rezension wurde von Joana Crowley, Praktikantin bei der Diakonie Düsseldorf, verfasst.